3. Juni 2006
Forschung und Klinik
Fortschritte in der Behandlung des Mammakarzinoms
Jährlich erkranken bundesweit ca. 55.000 Frauen an einem Brustkrebs. Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren ist diese Erkrankung in Deutschland die häufigste Todesursache. Allein in Hamburg versterben jährlich ca. 450 Frauen an Brustkrebs.
Aber es gibt Hoffnung! Ein Mehr an Wissen über molekulare Vorgänge bei Krebsentstehung und Progression ist die Basis für die Entwicklung einer modernen Krebsprävention und -Intervention sowie der Schlüssel für individualisierte, zielgerichtete, d.h. vor allem auch nebenwirkungsarme Behandlungskonzepte. Den gegenwärtigen Kenntnisstand wird Prof. Dr. Cees J. Cornelisse von der Universität Leiden und dem International Breast Cancer Linkage Consortium in seinem Vortrag: "Genetik des Mamma- und Ovarialkarzinoms" darlegen.
Aktuell ist bereits durch konsequentes Screening eine verbesserte Früherkennung prognostisch günstiger Brustkrebserkrankungen möglich. Dabei besteht sogar Grund zur Hoffnung, einen beträchtlichen Teil der Karzinome in einem (nicht-invasiven) organbegrenzten Stadium aufzudecken, so dass eine Heilung der Patientinnen durch lokale (chirurgische und ev. strahlentherapeutische) Maßnahmen möglich ist. Dieses Thema wird aus Sicht der Radiologie durch Frau Prof. Dr. I. Schreer von der Universitätsfrauenklinik Kiel und aus Sicht der Pathologie durch Prof. Dr. W. Böcker vom Institut für Pathologie (zugleich nationales Referenzzentrum) von der Universität Münster vorgetragen.
Grosse Fortschritte sind aber besonders bei der Behandlung des klinisch manifesten Mammakarzinoms zu verzeichnen. Zu diesen Fortschritten hat Prof. Dr. W. Jonat schon als leitender Oberarzt der Universitätsfrauenklinik in Hamburg, erst recht aber als Direktor der Universitätsfrauenklinik in Kiel wesentliche Beiträge geleistet. Mit seinem Vortrag zur adjuvanten Therapie der Brustkrebserkrankungen wird Prof. Jonat die Brücke vom Beginn der endokrinen Intervention in den 80iger Jahren bis zur Erfolgsgeschichte des adjuvanten Einsatzes von Herzeptin ab 2005 schlagen.
Zur Erfolgsgeschichte der differentiellen Behandlung des Mammakarzinoms gehört schliesslich auch der schrittweise Verzicht auf verstümmelnde chirurgische Maßnahmen. Dabei geht es mehr und mehr nicht nur um Verzicht auf radikale Eingriffe, sondern um Erhalt (z.B. Lymphabflusswege der Axilla durch Beschränkung auf Sentinel- Lymphonodektomie) und Rekonstruktion. Speziell zum Thema des Wiederaufbaus der Brust wird Prof. Dr. M. Friedrich von der Universitätsfrauenklinik Lübeck in seinem Vortrag Stellung nehmen.
Gerade für jüngere Patientinnen ist häufig der Kinderwunsch noch nicht erfüllt und durch die Erkrankung, vor allem aber durch die adjuvante Therapie bedroht. Neue Konzepte zur Erhaltung der Fertilität geben jedoch Hoffnung. Mit diesen ermutigenden Perspektiven wird Prof. Dr. K. Diedrich, Direktor der Frauenklinik der Universität Lübeck, unser Symposium abschließen.
Programm
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Genetik des Mamma- und Ovarialkarzinoms: Mehr Hoffnung durch Wissen
C. J. Cornelisse
Audio (mp3, 5,9 MB)
Präsentation (pdf, 1,5 MB)
Screening und Qualitätssicherungsprogramme in der Mammographie: Mehr Hoffnung durch Früherkennung
W. Böcker und I. Schreer
Audio, Böcker (mp3, 7,0 MB)
Präsentation, Böcker (pdf, 4,4 MB)
Audio, Schreer (mp3, 5,0 MB)
Differentielle Brustkrebstherapie: Mehr Hoffnung durch molekulare Intervention
W. Jonat
Audio (mp3, 3,5 MB)
Präsentation (pdf, 0,8 MB)
Chirurgie aus einem Guss: Mehr Hoffnung durch Wiederaufbau.
M. Friedrich
Audio (mp3, 6,1 MB)
Präsentation (pdf, 7,1 MB)
Leitlinien in der Radioonkologie: Radiotherapie des Mammakarzinoms 2005
Prof. Dr. med. Winfried Alberti
Audio (mp3, 9,3 MB)
Präsentation (pdf, 0,1 MB)
Fertilitätserhaltung bei Krebspatientinnen: Mehr Hoffnung bei Kinderwunsch
K. Diedrich
Präsentation (pdf, 9,0 MB)
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Referentnen
Prof. Dr. med. Winfried Alberti
Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsklinik Eppendorf, Hamburg
Prof. Dr. med. Martin H. Carstensen
Leiter der Gynäkologisch Geburtshilflichen Abteilung des
Albertinen Krankenhauses
Prof. Dr. Cees J. Cornelisse
Institut für Pathologie, Universität Leiden
Prof. Dr. med. Werner Böcker
Direktor des Gerhard-Domagk-Instituts für Pathologie
Universität Münster
Prof. Dr. med. Klaus Diedrich
Direktor der Frauenklinik der Universität Schleswig
Holstein, Standort Lübeck
Prof. Dr. med. Michael Friedrich
Leitender Oberarzt der Frauenklinik Universität Schleswig
Holstein, Standort Lübeck, Schwerpunkt Senologie
Dr. med. Uwe Herwig
Leitender Oberarzt der Gynäkologisch Geburtshilflichen
Abteilung des Albertinen Krankenhauses
Prof. Dr. med. Fritz Jänicke
Direktor der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie der
Universitätsklinik Eppendorf, Hamburg
Prof. Dr. med. Walter Jonat
Direktor der Universitätsfrauenklinik Kiel, Mamma
Zentrum
Prof. Dr. med. Thomas Löning
Referenzzentrum für Gynäkopathologie und -Zytologie
am Ambulanzzentrum der Universitätsklinik Eppendorf,
Hamburg
Prof. Dr. med. Peter Scheidel
Chefarzt der gynäkologisch geburtshilflichen Abteilung
des Marienkrankenhauses Hamburg - Hamburger Brust
Centrum
Prof. Dr. med. Ingrid Schreer
Oberärztin, Mamma Zentrum der
Universitätsfrauenklinik Kiel
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